Überblick und Resümee

AHA – alternative happy hours: das waren

  • 5 engagierte Projektregionen mit 18 Partnerlokalen, die sich mit ihren Angeboten an Jugendliche wenden
  • 26 Monate Erfahrungen in einem überregionalen Projekt
  • der mehr und weniger gelungene Versuch, Gemeindepolitik, Gastronomie und Prävention zu einer Kooperation zu bewegen, die allen nützt
  • ca. 120 AHA-Aktionen, in denen alternative happy hours entwickelt wurden, die für Jugendliche attraktive Erlebnisse und für Gastronomen zufrieden stellende Einnahmen brachten
  • eine wissenschaftliche Begleitforschung, die das Trinkverhalten Jugendlicher und den Einfluss des Lokalsettings auf dieses Verhalten ebenso untersuchte wie die Wirksamkeit von alternativen happy hours.

 

Was im Resümee gesagt werden kann:

  • Die Motivation der LokalbetreiberInnen ist entscheidend für das Gelingen eines Projekts zur Alkoholkultur.
  • Mitentscheidend für diese Motivation ist wiederum das Engagement der Städte und der in ihnen politisch Verantwortlichen.
  • Die Gastronomie steht unter starkem ökonomischen und vermehrt auch moralischen und gesetzlichen Druck – bei der Umsetzung einer positiven Lokal- und Alkoholkultur braucht sie Unterstützung. Vorschriften und Verbote schaffen zwar Klarheit, führen aber auch dazu, dass Jugendliche sich beim Alkoholkonsum in den oft unkontrollierten Privatbereich zurückziehen.
  • Einrichtungen der Präventionsarbeit werden Alkoholmissbrauch nur dort reduzieren können, wo sie mit der Lebenswelt Jugendlicher in Kontakt treten und diese nicht vorweg moralisieren. Dabei ist die Abstinenzforderung an Jugendliche illusionär und kontraproduktiv: das Gegenteil von Exzess ist nicht Abstinenz, sondern Genuss.
  • Die Beziehungskultur in einem Lokal hat neben der Preispolitik und der Auswahl von Musik und Licht großen Einfluss auf das Trinkverhalten Jugendlicher.
  • Motivation braucht Betreuung, Bestärkung - und Zeit. Maßnahmen in diesem Bereich sollten langfristig - etwa auf 5 Jahre - angelegt sein, Fluktuation zulassen, aber dabei community fördern.

 

Überregionale Projekte wie AHA bedürfen großer Bemühungen, Inhalte und Vorgehensweisen abzustimmen. Aber auch bei regionaler Umsetzung ist es notwendig, mit allen Partnern stetig auf Augenhöhe in Kontakt zu sein, Vereinbarungen einzuhalten und mit unterschiedlichen Zugängen und Bedürfnissen verständnisvoll umzugehen.