Einführung

Am Anfang stand ein Gedanke: Es muss doch möglich sein, mit GastronomInnen zu kooperieren, wenn es um die Entwicklung von Alkoholkultur insbesondere Jugendlicher geht. Der alte Graben zwischen Suchtprävention, Pädagogik und Politik auf der einen Seite und Gastronomie und Freizeitindustrie auf der anderen Seite verhindert, dass sich, wenn es um die Prävention von problematischem Alkoholkonsum und Sucht geht, sich alle gemeinsam ihrer Verantwortung bewusst werden. Wer anderen den Schwarzen Peter zuschiebt, vergisst, dass er ihn selbst in der Hand gehabt hat. Die komplexe Problematik der Veränderung unserer Konsumgewohnheiten hat viele Ursachen – und braucht daher viele Kooperationspartner, wenn sie verändert werden will. Ganz vorrangig braucht es dabei die Kooperation mit der Gastronomie, die Jugendlichen Freizeiterlebnisse anbietet, zu denen auch der Alkoholkonsum gehört. An der Art, wie sie dies tut, wird sich mitentscheiden, wie Jugendliche mit Alkohol umgehen. Gastronomie und Freizeiteinrichtungen aller Art sind also nicht die Gegner, sondern die wichtigsten Partner von Prävention und Gesundheitsförderung. So ist AHA – alternative happy hours entstanden: Mit GastronomInnen gemeinsam Settings und Konsumangebote so zu gestalten, dass nicht der Exzess sondern die Balance im Vordergrund steht. Denn das Gegenteil von Exzess ist nicht die Abstinenz sondern: der Genuss...

Ohne zu viel vorweg zu verraten: Die erste wissenschaftliche Untersuchung über den Alkoholkonsum Jugendlicher, die die KonsumentInnen selbst zu ForscherInnen ihrer eigenen Lebenswelt hat werden lassen und die Grundlage für AHA ergab, zeigte die Richtigkeit unserer bisherigen Annahmen. In der Tat bestimmt das Setting (also Design, Musik und ihre Lautstärke, Lichtimpulse...) sowie die Beziehung zum Personal Art und Quantität des Alkoholkonsums. Gemeinsam mit den AHA-Partnerstädten Mödling, Wr. Neudorf, Guntramsdorf, Graz, Bruck a. d. Mur, Steyr und Bozen lud das Projektteam daher Gastronomielokale ein, ein Jahr lang dieser Erkenntnis zu folgen und statt aufgeheizter happy hours Angebote zu setzen, die als alternative happy hours Jugendliche aktivierten und miteinbezogen. Der Nutzen sollte dabei gleichermaßen ein pädagogischer, politischer wie auch ökonomischer sein: Attraktive Lokale werden häufiger besucht...

Auf dieser Homepage können Sie verschiedenen Geschmäckern nachgehen. Nach ihrem Genuss wünschen wir Ihnen, dass Sie unsere Erfahrung teilen können: Ein guter Drink lebt nicht von der Menge des Alkohols, sondern vom Raffinement, der Komposition seiner oft ganz verschiedenartigen Zutaten. Das gilt an der Theke ebenso wie in unserem Modellprojekt.

Zum Wohl!

Das AHA-Projektteam